Baywater Blues

Szenenwechsel: Vor mir liegt ein saftiger Burger und neben mir unterhalten sich zwei Jungs über Tim Hardaways Jump-Shot… Richtig, ich bin in den USA gelandet, genauer gesagt in San Francisco. Hier machte ich mich zwar auf die Suche nach dem Blues, doch ist die Überschrift auch eindeutig zweideutige. Denn der Stop in Frisco heißt auch, dass ich bald wieder zu Hause bin. Ein weinendes Auge bleibt dabei nicht aus.

San Francisco ist eine vibrierende Stadt, eine echte US-Großstadt halt. Daher gibt es beim Wandern durch die City auch viel zu entdecken. Nur Achtung: Nimmt man nicht die legendäre Straßenbahn geht es dauernd bergab und bergauf. Und dabei hatte ich mir nach der Besteigung des Mt Taranakis eigentlich vorgenommen nicht mehr bergab zu laufen… Naja vielleicht in Hamburg dann.

Golden Gate Bridge mit MusikMusik kann man in San Francisco auf jeden Fall schnell finden. Straßenmusiker tummeln sich überall und verschönern (meistens) mit ihren Klängen die Szenerie, auch wenn in diesem Fall die ‚Golden Gate Bridge‘ in den Wolken steckte.
Auch haben viele kleine Bars abends Livemusik, wie z.B. Friscos älteste Bar ‚The Saloon‘. Eröffnet 1851 ist ‚The Saloon‘ die einzige Bar San Franciscos, die das gewaltige Erdbeben 1906 überlebte und hier landete ich nun an meinem ersten Abend. Wie jeden Montagabend spielten ‚The Bachelors‘, ein einheimisches Trio bestehend aus Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug. Vom Bluegrass, über Folk und Blues wurde alles abgedeckt. Auch wenn ich schon bessere Bands gesehen hab, also ein gelungener Einstieg.
The Saloon Est. 1851   The Bachelors

Doch an den nächsten beiden Abenden ging es ins ‚Biscuits & Blues‘ – angeblich San Franciscos bester und intimster Blues Club. Phil Berkowitz und der in Paris lebende Ferris Smith überzeugten dabei am ersten Abend und waren eine Klasse besser als ‚The Bachelors‘. Mein Highlight war dabei eine Cover-Version des Klassikers ‚St. James Infirmary‘ – purer Blues. Den letzten Abend der Reise krönte dann ‚Boogie-Woogie-Man‘ Mitch Woods mit seiner starken Band ‚Rocket 88‘ und einer energiegeladenen Performance. Doch landete ich am Ende des Abends wieder im Saloon und lauschte Stan Erhart und seinem klassischen Blues-Rock. Baywater Blues…. und ab dafür!
Phil Berkowitz und Ferris Smith
What a jaffa…
Denn nach sieben Monaten, vier Kontinenten und 34 Cricket-Spiel geht es nun für mich also wieder nach Hause. Klar freu ich mich auf die alten Ganoven und mein geliebtes Hamburg, doch hab ich auch so ein wenig den ‚Blues‘, dass meine Zeit als ‚traveller‘ und Black Caps-Hooligan nun erstmal zu Ende ist. Es war wunderbar die Welt zu bereisen und dabei einer meiner großen Leidenschaften nachzugehen.

Highlights gibt es dabei viele und ich kann auch nicht wirklich sagen, welcher Spot mir bei meiner Reise am besten gefallen hat. Es ist schwer, einen Vergleich unter den auf so viele Arten unterschiedlichen Orten herzustellen.

Aus sportlicher Sicht sind sicherlich der Test-Sieg in Colombo, Philanders-Performance beim New Years Test in Cape Town, das Federer-Halbfinal bei den Australian Open und das Finale der Reise mit dem grandiosen Test-Match in Auckland am nachhaltigsten. Doch möchte ich keines der anderen sportlichen Ereignisse, wie z.B. das MCG oder die WM in Sri Lanka, missen oder den oben genannten unterordnen.

Aus landschaftlicher Sicht kommt nichts an Neuseeland und seiner extremen Vielfalt vorbei. Höchstens Cape Town, mit seiner Kombination von vibrierender Stadt und traumhafter Szenerie drumherum, kann da vielleicht mithalten. Indien, Sri Lanka und Südostasien waren besonders, da sie mir einen neuen Teil der Welt mit einer ganz eigenen, spannenden Kultur näherbrachten. Genauso spannende war Südafrika, wo der westliche Lifestyle auf afrikanische Wurzeln trifft und sich zu einer ganz eigenen Identität herausbildet. Der Stop in Australien war dagegen relativ kurz, doch gehört Melbourne mit seiner reichen Sporthistorie und -kultur mit zu den Städten der Reise.

Wir ihr merkt, habe ich in den sieben Monaten einige Orte entdeckt und  kann daher auch ohne Probleme sagen: ‚What a jaffa it was!!‘

Wie geht es nun weiter?
Wie es mit mir weitergeht, ist dabei gar nicht so interessant, sondern was passiert aus dieser Seite!? Ja, ich hoffe ihr habt mich gerne auf meiner Reise verfolgt und immer mal reingelesen, was so bei mir gerade anstand. Für die vielen ‚Klicks‘ auf jeden Fall ein großes ‚Danke‘. Für mich war der blog eine gute Möglichkeit die ganzen Eindrücke und Erlebnisse ein wenig zu reflektieren und sacken zu lassen, was mir meistens ganz gut getan hat. Doch wird dieser Artikel wohl erstmal für einige Zeit der Letzte dieses blogs sein, da ich nicht plane von den Qualen des HSVs oder ähnlichen Machenschaften zu berichten. Dennoch heißt das nicht, dass der blog hiermit offiziell geschlossen wird.

Denn ein paar Ziele bzw. Träume hab ich noch vor mir, über die ich gerne weiter berichten werde. So ist ein Besuch von Lords, dem ‚Home of Cricket‘ ein Muss und sicherlich eine Geschichte wert. Das nächste Projekt könnte aber auch der Cricket World Cup im Februar/März 2015 in Australien und Neuseeland sein. Ein Grund, zu dem ich gerne in die südliche Hemisphäre zurückkehren würde und über den es sich sicherlich lohnt zu berichten. Und irgendwann wird auch Südamerika dran glauben müssen – für Cricket ist Argentinien übrigens dort der Anlaufpunkt – genauso, wie noch Skifahren in Alaska auf der Liste steht. Vielleicht wird es aber auch die Trans-Sib…

Also wie ihr seht, gibt es genug Projekte und zu bereisende Orte, die diesen blog weiter füllen könnten, also guckt ruhig mal rein, auch wenn ich nicht in der gewohnten Regelmäßigkeit berichten werde.

Last but not least…
…möchte ich ein paar ‚Dankeschöns‘ an die Leute loswerden, die mehr oder minder an dieser Reise beteiligt waren. Also, Danke:

An meine Eltern, von denen ich gelernt habe die Welt ordentlich zu bereisen und ohne deren Unterstützung die Reise nicht ganz so möglich gewesen wäre. Außerdem machen sie wahrscheinlich mehr als die Hälfte der Klicks auf diesem blog aus…

An Andrew, Romy, Damon, Braydon, die Redferns, Blitzi, Damika und Janka für freie Nächte in Melbourne, Auckland, Whangamata, Dubai, Mirissa und Vientane. An Barry für die Sightseen-Tour rund um Cape Town, an Sarah für einen grandiosen Weihnachts-Trip und an Tim und Stine für eine tolle Zeit in Cape Town mit dem richtigem Ergebnis in Paarl.

An Paul für einen guten Freund seit Galle, ‚the last feast‘ in Auckland und einen Einblick in ein wirkliches Cricket-Leben.

An Fabricio für einen Mafiosi in Laos und an Gary, für die Zeit in der Barmy-Army. Nun weiß ich endlich was ein Geordie ist und hoffe auf einen baldigen Besuch im St. James Park – Go the Magpies!

An Jul für den Rucksack und die Gin-Flaschen, die zu Hause warten und an Ivan für den Timbuktu-Witz, der mir das ein oder andere Freigetränk von englisch-sprachigen Genossen eingebracht hat!

Und natürlich an alle, die das hier lesen (oder auch nicht mehr lesen) und durch die Texte ein wenig an meiner Reise teilgenommen haben. Keine Angst ich kann es vollkommen verstehen, wenn ihr schnell kopfschüttelnd den blog wieder verlassen habt…

danke fürs Lesen – cheerio und bis bald
Euer Moe

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2 Gedanken zu „Baywater Blues

  1. Yilmaz

    Meine Güte, ist das alles cool! Ich habe die Seite erst gestern zufällig entdeckt, weil ich mal wieder im Skype online war. JETZT weiß ich übrigens auch, warum du um die Weihnachtszeit nicht an dein Handy gegangen bist, als ich in Hamburg war! 😀
    Ich muss mir das alles hier erstmal in Ruhe durchlesen, aber das ist ja mal echt saucool!
    Hau rein

    Antwort

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