Walking the North

Nach zwei sportlich ereignisreichen Wochen habe ich nun Australien hinter mir gelassen, um endlich im wunderbaren Neuseeland zu landen. Meine Reisekasse wird es mir sicherlich danken, aber auch ich freue mich unglaublich auf den (leider) letzten Stopp meiner Cricket-Tour.

Ja, Australien war aufgrund der sportlichen Ereignisse auf jeden Fall einen Stopp wert, aber finanziell sollte man sich eine Budget-Reise nach Australien – vorausgesetzt man plant nicht vor Ort zu arbeiten – zweimal überlegen. Es ist unglaublich was für eine reiche Gesellschaft die Ozzies doch sind. Bis auf ein paar Aborigines in Perth, sah ich in den beiden Städten, die ich besuchte, eigentlich so gut wie keine Armut. Viel eher machten die Leute auf der Straße einen mehr als wohlsituierten Eindruck, was vor allem durch die Kleidung und die technischen Spielereien wie Smart-Phones und I-Pads deutlich wurde. Dieser ‚Luxus‘ macht sich aber auch in den Lebenshaltungskosten bemerkbar. Bei einem Besuch im Supermarkt wird da einem schnell ganz anders zumute, unglaublich wie teuer die einfachsten Lebensmittel dort sind. Da war es gut, dass ich in Melbourne durch ein paar ‚connections‘ bei holländischen bzw. südafrikanischen Bekannten unterkommen konnte und so meine Reisekasse etwas schonen durfte.
Auch NZ ist sicherlich nicht das billigste Reiseland, aber im Vergleich zu Australien ist das Preisniveau wesentlich entspannter und angemessener.

Nun bin ich also in Aotearoa und es war schon etwas surreal mit dem Bus wieder durch Auckland zur North Shore zu reisen. Nach fast elf Jahren hatte sich zwar einiges verändert, aber irgendwie war doch noch alles wie damals…

Up North
In Auckland selbst blieb ich aber nur einen Tag. Mit Damon, ein Kiwi, den ich in Sri Lanka kennengelernt hatte und der paradoxerweise auch aufs Rangitoto College gegangen war, macht ich mich nämlich gleich am nächsten Tag auf nach Northland. Denn am sogenannten Waitangi-Day stand in Whangarei gleich das erste Cricket-Spiel an – zweiter Tag NZ, erstes Cricket-Match, was will man eigentlich mehr! In einem schönen, kleinen ‚ground‘ in Whangarei empfing eine Auswahl der Kiwis die Engländern zu einem Warm-Up Game. Bei wunderbaren Sonnenschein entwickelt sich das Spiel zu einer spannenden Angelegenheit, die die Kiwis mit dem letzten verbliebenen Ball für sich entschieden. Ein überaus guter Start in meine Cricket-Tour in NZ, denn was gibt es schöneres als die Poms in ihrem eigenen Spiel zu schlagen und das auch noch am Waitangi-Day. Am Nationalfeiertag NZs wird die Unterzeichnung des neuseeländischen Gründungsdokuments gefeiert. Allerdings kommt es dabei aufgrund der unterschiedlichen Auslegung des Dokuments immer wieder zu Konflikten zwischen Maoris und den Pakeha (den weißen Neuseeländern).
Doch bei dem Sieg war davon nichts zu spüren, die erstaunlich vielen Zuschauern – darunter Maoris und ‚Weiße‘ gleichermaßen – feierten den Sieg ausgelassen.
Gut besuchtes Warm-Up Game in Whangarei  Damon und ich genossen den sonnigen Tag

Am nächsten Tag ging es für uns noch weiter nach Norden, wo wir in der Bay of Islands eine schöne Tageswanderung machten. Es ist erstaunlich, man verlässt eine Stadt, hält zehn Minuten später, Bay of Islandsgeht durch eine kleine Pforte und Bäng ist man in der tiefsten Wildnis. Ich denke, dass ist etwas was NZ wirklich auszeichnet und ich hoffe noch viel mehr davon mitnehmen zu können. Unsere Wanderung von Opua über Russel und Paihia zurück nach Opua führte uns dabei durch Urwald, über Mangroven-Felder und entlang von Strand und Klippen mit herrlichen Ausblicken. Eine ziemlich runde Sache also, die mit noch zwei Fährfahrten eigentlich so ziemlich alles abdeckte.
Am folgenden Tag besuchten wir die Abbey Caves, ein System von drei Höhlen, die man jeweils durchwandern, -waten und -klettern muss, um am anderen Ende wieder das Tageslicht zu sehen. In den komplett dunklen Höhlen ist dabei, das Spiel der Glühwürmer überaus beeindruckend und eine grandiose Alternative zu den teuren Waitomo Caves in der Nähe von Hamilton.
Auf dem Weg zurück nach Auckland bestiegen wir noch durch einen dichten Urwald den Mt. Auckland, so dass wir am Ende des ganzen Trips schon mal kräftig Kilometer zu Fuß abgerissen hatte. Ich denke, dass das auch der beste Weg ist, dieses vielfältige Land zu erkunden.
Durch den Urwald auf den Mt Auckland  ...und die Aussicht lohnt sich!

Back in Auckland
Zurück in Auckland stand das erste offizielle Länderspiel der England gegen die Black Caps an und die Poms ließen keinen Zweifel daran, wer hier die große Cricket-Nation ist. Im relativ kleinen Eden Park – dem Rugby, Cricket und Fußball-Stadion in Auckland – jagten die Engländer die Kugel sagenhafte 15-mal über den Zaun. Die 221 Runs, die sie am Ende insgesamt erreichten, waren für die Poms die höchste jemals erreichte Punktzahl in einem T20. Eine zu schwere Aufgabe für die Kiwis, die am Ende mit 40 Runs Unterschied verloren. Nach dem guten Start in Whangarei also ein Dämpfer, von dem die Black Caps aber hoffentlich schnell zurückkommen können. Denn ein paar Siege auf meiner letzten Cricket-Station waren sicherlich ein nettes Abschiedsgeschenk.

Am nächsten Tag besuchte ich dann erstmal meine alte Schule. Mit mittlerweile 3500 Schüler ist Rangitoto College zu einer der größten und berühmtesten weiterführenden Schulen in NZ angewachsen. Doch besonders viel hat sich nicht verändert, sogar mein alter Pausenplatz ist noch da. Komisch irgendwie! Danach traf ich dann nach elf Jahren meine ehemalige Gastfamilie wieder. Schul-Rugby-Platz mit Rangitoto Island im HintergrundAber ehrlich gesagt fühlte es sich nicht wie elf lange Jahre an, schon beim Weg ins Haus kam mir alles angenehm bekannt vor. Und auch Ruth und Matt haben sich kaum verändert. Es war nett über die alten Zeiten zu plaudern und wir waren sehr schnell wieder auf einer Wellenlänge. Wirklich ein nettes Wiedersehen und ich freue mich nun auf ein paar nette Tage mit ihnen in ihrem Ferienhaus an der Ostküste der Nordinsel.

Ansonsten ist es erstaunlich, wie schnell sich meine Reise leider dem Ende nähert. Mittlerweile fliegt die Zeit wirklich und es ist unglaublich, dass trotz der vielen Erlebnisse die letzten sechs Monaten einfach so vorbeigezogen sind. Doch denke ich, dass dieses letzte Station auf jeden Fall einen gebühren Abschluss liefern wird. Vielleicht ja unterstütz durch ein paar positive Black Caps Ergebnisse….

Zurück auf meinem alten Pausenplatz

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