Pace and Bounce

Einige ‚cricket grounds‘ sind berühmt wegen ihrer Geschichte, andere wegen ihrer Architektur, wiederum andere wegen ihrer speziellen Lage und einige kombinieren einfach gleich alles. Das WACA in Perth bildet dabei ein Ausnahme. Es ist wohl das einzige Cricket-Stadion, das für seinen Pitch berühmt ist. Sag jemand Perth zu mir, denke ich nur: Pace and Bounce!

Der Pitch? Was ist denn der Pitch, fragt ihr euch jetzt wahrscheinlich. Der Pitch ist eigentlich das Herzstück eines jeden Cricket-Spiels. Dieser 22 yard lange Streifen ist sozusagen die wahre Spielfläche. Er befindet sich in der Mitte des Spielfeldes, ist versehen mit dem ‚wicket‘, das der ‚batsman‘ verteidigen muss, und mit verschiedenen Linien die für ‚bowler‘ und ‚batsman‘ wichtig sind.

Das WACA in PerthMit einigen Ausnahmen kommt der Wurf eines ‚bowlers‘ immer erst auf dem Pitch auf bevor er den ‚batsman‘ erreicht. Der ‚Bowler‘ hofft dadurch den Wurf für den ‚batsman‘ unberechenbare zu machen und wünscht sich vom Pitch Hilfe dabei. So unterstütz ein Untergrund mit viel grünen Grass z.B. ‚Fast-bowler‘, da sich der Ball nach dem Aufkommen trotz der Geschwindigkeit häufig noch seitlich bewegt. Ein staubiger, trockener Pitch wie man ihm im Subkontinent findet, unterstützt dagegen häufig ‚Spin-bowler‘, da der Ball durch die spezielle Technik der ’spinner‘ nach dem Aufkommen eher in extremen Winkeln (seitlich) abspringen kann.

Durch diese Eigenschaften wird ein Pitch zu einer bestimmenden Charaktergröße eines Cricket-Matches, da er den Spielstil maßgeblich beeinflusst. Den verschiedenen Cricket-Nationen werden dabei verschiedene Pitch-Arten zugeschrieben. So findet man in England z.B. häufig einen grünen, grasigen Spieluntergrund oder im Subkontinent oft trockene, staubige Pitch-Arten. Übrigens ein Grund dafür, wieso der Subkontinent eine Unzahl von ’spin-bowlern‘ produziert. Pitches in Australien und Südafrika sind oft sehr hart, was ein Vorteil für ‚fast-bowler‘ ist, da der Ball hoch und weit abspringt. Ähnlich wie beim Tennis bestimmt also auch beim Cricket der Untergrund den Charakter und die Spielweise eines Matches.

Schutz vor der unerbärmlichen Sonne in PerthLange (Vor-)Rede harter Pitch, äähm… kurzer Sinn: Das WACA in Perth ist nun eine Besonderheit. Da dieser Streifen oft und lange von der unerbärmlich heißen Sonne West-Australiens gebacken wird, ist der Pitch – egal wie oft er auch gewässert wird – unglaublich hart. Dabei zerbröselt er aber nicht wie im Subkontinent, wo die Pitches auch extremer Hitze ausgesetzt werden, sondern, aufgrund des besseren Untergrunds, wird er einfach hart, vergleichbar etwa mit einem Hardcourt beim Tennis.

Dies hat zur Folge, dass der Ball mit einer überdurchschnittlichen Geschwindigkeit den ‚batsman‘ erreicht (pace) und dazu auch noch überdurchschnittlich hoch wegspringt (bounce). D.h. der ‚batsman‘ muss sich auf ungewöhnlichere Bedingungen einstellen und diese beiden Eigenschaften immer im Hinterkopf haben sobald er in Perth Richtung Spielfeld geht um ein paar Punkte zu sammeln. Er braucht also einen speziellen Spielstil um in Perth erfolgreich zu sein.

Den West Indies geland dies während des ersten ODI’s gegen Australien gar nicht. Nach etwas mehr als einer Stunden hatten die australischen Bowler die boys aus der Karibik für gerade mal 70 Runs weggepustet. Es folgte ein einfacher Sieg der ‚Ozzies‘.
Im zweiten ODI – dem Spiel, das ich in Perth besuchte – kamen die Windies besser mit dem Untergrund zurecht und waren lange Zeit gut im Spiel. Dabei ließen sie über die ganze Spielzeit mehrere aussichtsreiche Chance das Spiel komplett an sich zu reißen liegen. Am Ende gewann Australien, vor allem aufgrund eines brillianten ‚centurys‘ von George Bailey, aber doch wieder. Mich Bailey celebrating his century!erfreute das natürlich gar nicht. Denn: Erstens ist mir das karibische Cricket-Team mehr als sympathisch und zweitens bin ich als NZ-Supporter natürlich immer erstmal gegen Australien. Dennoch muss man natürlich fairerweise festhalten, dass Australien eine überaus stolze Sportnation ist und viele mehr als brillante Cricketer hervorgebracht hat. Natürlich gibt es Respekt dafür! Dennoch…. Bloody Ozzies!!!

Brilliant Bailey!

P.S.: Nicht dass ihr euch wundert: Ich bin mittlerweile schon seit einigen Tagen in NZ. Nach einem erfolgreichen warm-up game in Whangarei, bin ich gerade von einer bösen Schlappe der Black Caps gegen England nach Hause gekommen… Dennoch musste ich erstmal diesen Bericht rausschicken, um schön in der Reihe zu bleiben. Ein Bericht über die erste Woche auf der richtigen Seite des Tasmans folgt bestimmt bald… in diesem Sinne – Ka Kite Ano!

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Ein Gedanke zu „Pace and Bounce

  1. Pauli

    der pitch?? ich würde ja immer die pitch sagen. 😉
    und ist doch klar: „I support two teams. New Zealand and anyone playing Australia:“ good on ya.

    Antwort

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