Nick Hornby in Port Elizabeth

„Der natürliche Grundzustand des Fußballfans ist bittere Enttäuschung, egal wie es steht!“ Dieser Satz aus Nick Hornbys Roman ‚Fever Pitch‘ trifft natürlich nicht so ganz auf mich zu, denn hier bin ich, im traumhaften Südafrika und verfolge eine der schönsten Sportarten der Welt. Aber für das, was das neuseeländische Cricket-Team so zur Zeit anbietet, kann man das Zitat schon wieder gebrauchen. Man muss nur Fußballfan durch ‚Black-Caps-Supporter‘ ersetzen…

Also nur, dass jetzt keine Verwirrung entsteht: Ich bin durch die Leistungen der Black Caps noch nicht depressiv geworden und genieße meine Reise noch in vollen Zügen. Daran kann auch die nächste krachende Niederlage, die die Kiwis gegen zugegeben das momentan beste Team der Welt kassierten, nichts ändern. Man kann sich vielleicht sogar darüber streiten, ob dieses südafrikanische Test-Team in die Geschichte des Cricketsports als eine der ganz großen Mannschaften, die über längere Zeit die Szene dominieren hat, eingehen wird.
Hashim Amla ließ den Black Caps auch diesmal keine Chance
Wie auch immer, dennoch wäre ein wenig mehr Gegenwehr von Seiten der Kiwis doch wünschenswert gewesen. Denn zweimal in Folge so sang und klanglos unterzugehen, ist doch ein wenig frustrierend. Ich habe ja nicht erwartet, dass die Black Caps eines der beiden Test-Matches gewinnen, aber ich habe wenigstens gehofft, dass Südafrika für einen Sieg etwas arbeiten muss. Doch das ging alles ein wenig zu leicht für die Proteas.

Im neuseeländischen Cricket liegt zur Zeit einiges im Argen und ich könnte dazu jetzt etwas ins Detail gehen. Z.B. über die Kapitän-Saga um Ross Taylor, NZ bester Spieler, der vor der Tour nach Südafrika mehr oder weniger abgesägt wurde und deshalb zur Zeit nicht Teil des Teams ist. Oder z.B. über den tiefen Riss, der sich zwischen Verbandschef David White, dem ‚Direktor of cricket‘ John Buchanan und Coach Mike Hesson auftut. Um nur zwei zu nennen, aber ich glaube nicht, dass dies von großem Interesse für euch ist und müsste ich dazu wohl doch ein wenig weiter ausholen. Dennoch hat das neuseeländische Cricket im Moment nicht nur das Problem, dass die Spieler nicht performen, sondern auch auf höhere Ebene müssen einige Dinge mal geklärt bzw. aufgearbeitet werden.

Nun kann man sich fragen, wieso ich eigentlich Fan vom zur Zeit mit schlechtesten Cricket-Team bin und diesem auch noch in meiner freien Zeit hinterher reise!?! Aber auch da hilft ein Fußball-Zitat aus ‚Fever Pitch‘, denn Nick Hornby hält fest: „Seinen Verein kann man sich nicht aussuchen – der sucht dich aus!“ Und so freue ich mich weiter wie ein kleines Kind auf das nächste Spiel der Black Caps, immer in der Hoffnung, dass beim nächsten Spiel alles besser wird. Das nun ein Wechsel des Formats ansteht und das nächste Spiel in Paarl ein sogenannter ‚one day international‘ ist – also das Spiel innerhalb eines Tages beendet ist – ist für die Kiwis sicherlich kein Nachteil. In dieser Spielform fühlen sie sich etwas wohler. Und sind wir mal ehrlich: Nach zwei so krachenden Niederlagen kann es ja nur aufwärts gehen. Deshalb: Go Black Caps!!

St Georges Park in Port Elizabeth1 St Georges Park in Port Elizabeth2

P.S.: Ein kleiner Nachtrag noch: Die Band im St Georges Park in Port Elizabeth ist übrigens eine echte Sensation! An allen vier Tagen des Spiels unterhielten sie mit ausgezeichneter Musik die Zuschauer und sorgten für ein ausgelassene Stimmung. Am Ende des Tages wurde dann immer, Band im St Georges Parkwährend das Spiel noch lief, die südafrikanische Hymne angestimmt – echte Gänsehaut-Atmosphäre! Dabei war die größtenteils schwarze Band lange Zeit bei den weißen, südafrikanischen Cricket-Traditionalisten und Mitgliedern des im St Georges Park ansässigen Cricket-Clubs verpönt. Doch mittlerweile ist sie fester Bestandteil des Stadions und als einzige Band in einem südafrikanischen Stadion ein echtes Highlight der südafrikanischen Cricket-Szene.

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4 Gedanken zu „Nick Hornby in Port Elizabeth

  1. susanne

    Das erinnert doch verdammt an den HSV, aber wie du schon gesagt hast, seinen Club kann man sich nicht aussuchen…oder wie der Hamburger sagt:“Der Fisch stinkt immer vom Kopf!!!“

    Antwort
  2. Pauli

    Hehe Heise, also meine neuseeländischen Freunde würden sagen, dass sie seit Jahren eigentlich nur leiden unter den furchbaren Leistungen der black caps.

    Antwort

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