Der etwas andere Reis(e)bericht aus Vietnam

Ich könnte jetzt berichten, wo ich mich in Vietnam so rumgetrieben hab und welche Orte mich begeistert haben, aber ich glaube die Fotos aus Sapa, Hanoi und Halong Bay werden ihre eigene Geschichte erzählen. Deshalb gibt es diesmal einen etwas anderen Bericht – Jule aufgepasst! Ein kleine Führung durch die ’streetfood‘ von Hanoi. Von den Städten, die ich in Asien besucht habe, mit Bangkok, die Stadt mit dem besten Essen auf der Straße.

Pho – Vietnams Nationalgericht
Pho gibt es in Hanoi an jeder Ecke. Nicht umsonst ist es das Nationalgericht der Vietnamesen und wird eigentlich zu jeder Tageszeit gegessen. Traditionell ist Pho aber eher als Frühstück gedacht und so haben die Straßenstände, die Pho anbieten auch morgens die meisten einheimischen Besucher. Touristen – vor allem westliche – tun sich mit Suppe zum Frühstück allerdings etwas schwer.
Was ist Pho? Pho ist eine aus kräftiger, klarer Brühe bestehende Suppe und enthält neben einer Art von Reisnudeln meist Lauchringe und dünne Rindfleischstreifen. Sie kann aber auch mit Hühnchen oder Fisch angerichtet werden. Bestellt man einen Teller Pho, so erhält man dazu einen Teller mit Minze, Koriander und einer Art von Salatblättern und eine kleine Schale mit frisch gehackten, roten Chilis. Je nach Geschmack kann man die Suppe mit den Zutaten verfeinern.
Laut eines Amerikaners, den ich im Hostel getroffen habe, gibt es die beste Pho der Stadt in der Straße Bat Dan 49. Ich hab das natürlich sofort getestet und muss sagen, dass es wirklich die überzeugendste Pho war, die ich in Hanoi gegessen habe, da die dünnen Rinderstreifen roastbeef-artig zart waren und die Brühe einen wunderbaren Eigengeschmack hatte. Ob es allerdings die beste Pho der Stadt ist, das kann ich nicht beurteilen…

Meine Favoriten: Bun Cha und Bun Bo
So gerne ich mittlerweile Pho esse, habe ich doch zwei klare Favoriten, die die Suppe toppen. Beim Gericht Bun Cha erhält man einen Teller kalter Reisnudeln und eine Schale mit kleinen Frikadellen aus Schweinefleische, die in einer Ingwer-Chilli Brühe schwimmen. Auch hierzu erhält man wieder einen Teller mit grünen Krautern und kann die Nudeln dann zusammen mit den Kräutern in der Brühe tunken und genießen. Ein überragendes Gericht, das mindestens genauso gut ist wie Bun Bo.
 
Bun Bo besteht aus einer Schale Reisnudeln – ihr merkt schon Reisnudeln sind ziemlich beliebt in Vietnam – gemischt mit Salatblättern, Minze und Koriander. Auf die Nudeln kommt dazu in einer Pfanne mit Erdnüssen angebratenes Rinderfleisch. Ganz klar mit das beste Essen, was ich in Asien hatte.

Auch nicht schlecht: Tem, Nom Du Du, Com Rang
Tem oder auch Cha Goi ist die uns wohlbekannte Frühlingsrolle, und doch ist sie natürlich anders als in Europa. Für Tem wird klein-gehaktes Gemüse zusammen mit rohem Fleisch oder Fisch und einem Ei in Reispapier eingerollt. Die ganze Rolle wird dann frittiert und mit einer Ingwer- und einer Chillisauce serviert. Ein leckerer Snack für zwischendurch oder aber wenn man sich genug Tems bestellt ein guter Hauptgang.
 
Eine kleine Geschmacksexplosion ist der Papaya Salat – auf vietnamesisch Nom Du Du. Unreife, gehobelte Papaya-Stückchen werden dabei mit Limettensaft, scharfen Chilis, einer pikanten, salzigen Fischsauce und ein wenig Zucker gemischt. Gespickt wird das ganze mit Rinderstreifen und Erdnüssen. Auf den ersten Biss ungewöhnlich, aber auf den zweiten eigentlich ziemlich lecker.
Natürlich gibt es in Vietnam auch – den in Europa wohl bekannten – gebratene Reis. Der Reis wird hier mit Ei und einem Gewürz, das ich noch nicht identifizieren konnte, angebraten und mit Gemüse und einer in Ingwer und Rosmarin angebratenen Fleischsorte (meist Hähnchen) serviert. Dazu gibt es natürlich Soja-Sauce verfeinert mit Chilli-Schoten. Com Rang ist aber mit fast 3€ das teuerste Gericht, das ich auf der Straße gefunden habe.

So schnell nicht wieder: Che
Etwas gewöhnungsbedürftig ist dagegen Che. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie dachte ich Che sei eine süße Nachspeise. Als ich dann aber den weißen Schleim probierte war er gar nicht süß, sondern salzig und mit Schweinefleisch versehen. So richtig überzeugt hat mich das nicht und ich weiß auch gar nicht so genau, woraus dieser Schleim gewonnen wird. Es könnte eine Art Haferschleim sein, der mit Schweinefleisch und frittierten, trockenen Brot „verfeinert“ wird. Aber vielleicht war das auch gar nicht Che, sondern irgendein anderer Murks…. Bei Vietnamesen ist das Gericht allerdings überaus beliebt!

Wie ihr merkt, habe ich mit Freude „streetfood-hopping“ betrieben und mich von Stand zu Stand gegessen. Dennoch könnte man die Liste an Gerichten wohl endlos weiterführen. Ich möchte diesen Artikel aber doch nicht beenden, ohne eine paar Sätze über Vietnam im Allgemeinen loszuwerden.

Es ist erstaunlich, wie das Sprichwort aus dem vorherigen Artikel über Laos auch auf Vietnam zutrifft. Denn die Vietnamesen sind wirkliche Geschäftsleute. Man spürt, sobald man die Grenze überquert hat, dass ein ganz anderer Geschäftssinn herrscht. Die Menschen sind wesentlich zielstrebiger und tüchtiger als in Laos und das ist für Touristen nicht unbedingt ein Nachteil.
Gleichzeitig kann man auch einen ganz anderen Stolz der Einheimischen in Vietnam wahrnehmen. Waren die Menschen in Laos noch eher etwas schüchtern, sind die Vietnamesen wirklich überzeugt von sich und ihrem Land. Sie sind stolz darauf nacheinander die Kolonialherren aus Frankreich und Japan, dann die Besatzer aus den USA und zu guter Letzt auch noch die Chinesen aus ihrem Land vertrieben zu haben. Auch die Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha haben die Vietnamesen beendet. Diese Ereignisse haben zu einem ganz anderen Selbstverständnis des vietnamesischen Volkes beigetragen.

Schade, dass ich es nicht in den Süden des Landes geschafft habe, der sich sehr vom Norden unterscheiden soll. Aber so gibt es einen weiteren Grund irgendwann einmal wieder nach Asien zurückzukehren. Jetzt geht es aber erstmal wieder zurück zum Cricket und zurück nach Sri Lanka. Auch nicht verkehrt…..

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3 Gedanken zu „Der etwas andere Reis(e)bericht aus Vietnam

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