Elfmeterschießen mal ‚cricketisch‘

Meine Güte, ich dachte ich gucke mir hier entspannt ein paar Spiele an… Aber nichts da, bisher war kein Spiele für schwache Nerven dabei. In Chennai entschied der letzte Ball, gegen Pakistan hatte NZ bis kurz vor Schluss die Chance zu gewinnen und jetzt auch noch das: Sri Lanka – NZ endet unentschieden.

Ein Unentschieden (Tie) ist beim Cricket ein äußerst seltenes Ereignis, es gibt zwar noch eine andere Form von Unentschieden (Draw), die beim Test Cricket häufiger auftritt, aber dazu vielleicht später mal etwas mehr.

Also, zurück zum gestrigen Spiel in Pallekele. Die Weltmeisterschaft ist mittlerweile in ihrer zweiten Gruppenphase angekommen, in der die acht Top-Teams in zwei Gruppen um vier Halbfinalplätze spielen. Für NZ und den Gastgeber Sri Lanka, der bisher noch nicht vollständig überzeugen konnten, ging es nun darum erfolgreich in die neue Gruppenkonstellation zu starten.

NZ durfte vorlegen und startet mit Nicol (58 Runs) und Guptill (38 Runs) zwar solide, im Endeffekt aber nicht aggressiv genug, so dass die 174 Runs am Ende der NZ-Innings etwas zu wenig wirkten. Das bestätigte sich als Sri Lanka wie die Feuerwehr loslegte. Nach 7 Overs (42 Bälle) hatten Dilshan und der exzellent aufspielende Jayawardene schon 80 Runs angehäuft. Damit fehlten von den restlichen 78 Bällen nur noch 95 Runs, in dieser Form des Crickets eigentlich ein Spaziergang (‚walk in the park‘).
Doch unbemerkt von dem wieder mal furiosen Publikum schlichen sich die Kiwis zurück ins Spiel. Von den letzten sechs Bällen brauchten die Sri Lankis acht Runs – immer noch ein machbare Gleichung – doch schafften es die Kiwis das Spiel so lange offen zu halten, bis die Gastgeber einen Run von einem Ball brauchten. Mittlerweile war die Anspannung im ganzen Stadion zu spüren und das Drama nahm seinen Lauf. Durch ganz starke Präsenz im Feld verteidigten die Black Caps den einen Run, so dass Sri Lanka am Ende auch mit 174 Runs dastand. Stille im Stadion, bis auf gefühlte zehn Kiwi-Supporter, die natürlich außer sich waren.

 

Da es in diesem Turnier aber keine Punkteteilung gibt, musste jetzt ein sogenannter ‚one-over-eliminator‘ bzw. das ‚Super Over‘ entscheiden. Ähnlich wie beim Elfmeterschießen im Fußball oder der Tiebreak beim Tennis wird durch ein Stechen der Sieger ermittelt. D.h. jedes Team bekommt noch mal die Möglichkeit von 6 Bällen zu punkten. Wer am Ende mehr Runs erzielt hat, gewinnt. Spannender geht es nicht mehr….
Das Problem ist nur, dass Sri Lanka für solche Situationen einen Spezialisten hat, einen sogenannten ‚death Bowler‘ – Lasith Malinga! Mit seiner ungewöhnlichen Wurftechnik (slinging-arm action) landet er viele Bälle direkt vor den Füßen der Schlagmänner (das sind sog. yorker) und es ist schwer von diesen Bällen Punkte zu sammeln. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass Sri Lanka nach dem dramatischsten Spiel des Turniers das Feld als Sieger verließ. Die Zuschauer waren natürlich begeistert.

Aber damit nicht genug – Die Poms sind da!
Als Zugabe gab es danach noch das Spiel der Engländer gegen die West Indies (Zusammenschluss der karibischen Inseln). Wie immer bei Spielen mit englischer Beteiligung waren unzählige englische Fans im Stadion, wodurch die Biervorräte allerdings etwas knapper geworden sein dürften.

 

Die Engländer zeigten allerdings kein gutes Spiel und verloren am Ende relativ deutlich gegen ein sehr starkes Team aus der Karibik – für mich einer der Geheimfavoriten auf den Titel dieses Jahr. Vor allem der explosive Opener Chris Gayle aus Jamaica und sein Partner Johnston Charles aus St. Lucia setzten den Poms gewaltig zu und jagten die Kugel das ein oder andere Mal aus dem Stadion. Für den neutralen Beobachter – obwohl ich natürlich eher für die West Indies bin – war das sicherlich gut anzusehen.

Am Samstag geht es nun weiter. Im direkten Duell müssen die Kiwis und Engländer gewinnen, wer verliert ist so gut wie ausgeschieden. Ich hab zwar noch keine Tickets, werde aber mal sehen, ob ich noch ins Stadion komme. Ansonsten suche ich mir eine schöne Bar und gucke mir das ganze auf irgendeinem Bildschirm an…
Ein Bericht darüber, was ich hier sonst so in Kandy gemacht habe, kommt hoffentlich auch demnächst. Bis dann, cheerio!

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3 Gedanken zu „Elfmeterschießen mal ‚cricketisch‘

  1. Georg

    Da werde ich morgen aber Pluspunkte sammeln, wenn ich den Bajans erzähle, wer für dich der Geheimfavorit ist ! Viel Spaß weiter bis denne

    Antwort
      1. mohei13 Autor

        Ja keine Angst, natürlich supporte ich die West Indies. Sollte das im Artikel irgendwie falsch rübergekommen sein!?! Kemar Roach ist leider übrigens nicht dabei…aus Barbados sind nur Fidel Edwards und Dwayne Smith. Der Großteil des Teams komm aus Trinidad und Tobago.

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