Reisebericht Indien

Elf Tage Indien sind sicherlich nicht der Zeitraum, der einem Land gerecht wird, das – von den schneebedeckten Gipfeln des Kaschmirs im Nordosten bis hin zu den glutroten Stränden im südwestlichen Tamil Nadu – eine so große kulturelle und landschaftliche Vielfalt aufzuweisen hat. Doch die elf Tage haben gereicht um ein paar Orte ein wenig kennenzulernen. Hier ein kleiner Bericht.

Chennai – Eine wahre indische Großstadt
Es ist heiß und stickig. Laut, staubig, dreckig und überall wimmelt es von Fahrzeugen und Menschen. Das Abenteuer Indien in einer Großstadt wie Chennai zu starten, ist als Europäer sicherlich etwas erschlagend. Und ich muss sagen, nach meiner ersten Nacht hatte ich wirklich Respekt mein klimatisiertes, ruhiges Hotelzimmer zu verlassen. Nachdem ich aber ohne Probleme am Stadion meine Cricket-Tickets für das abendliche Spiel eingesammelt hatte, danach durch die engen, schmuddeligen Gassen von George Town – der Altstadt von Chennai – gewandert war und dort für 16 Rupies (ca. 25 Cent) ein sehr überzeugendes Mittagessen (wohl gemerkt: ohne Besteck und nur mit der rechten Hand wird gegessen, die linke Hand ist die Toiletten-Hand und darf beim Essen nicht verwendet werden) zu mir genommen hatte, hatte sich die anfängliche Aufregung einigermaßen gelegt.
Klar ist man als Europäer schon sehr ein ‚Alien‘, wenn man so durch die Stadt läuft. Die Einheimischen sind aber i.a. mehr als freundlich und sind überaus erfreut einen ‚english-man‘ zu sehen. Ein Lächeln oder Augenzwinkern wird schnell mit Gleichem oder dem berühmten Kopf-Wakeln erwidert.
An Sehenswürdigkeiten hat Chennai selber gar nicht so viel zu bieten. Eine schöne Kathedrale, das alte britische Fort (inkl. Museum) und der riesige Stadtstrand waren eigentlich so die Highlights. Der Strand soll angeblich nach der Copacabana, der zweit größte Strand der Welt sein. Und zwar nicht der Länge nach, sondern im Hinblick auf die Fläche. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Müsste man mal recherchieren…..

Mamallapuram – Weltkulturerbe und Tourismus
Die Fahrt mit dem öffentlichen Bus aus Chennai nach Mamallapuram war sehr günstig und eigentlich kein Problem, nur brauchten wir für die gut 60km über zwei Stunden. Bis der Bus sich aus Chennai rausgequält hatte, war schon mehr als eine Stunde vergangen.
Vier Tage verbrachte ich in dem entspannten Küstendörfchen. Entspannt war es, da im Moment keine Saison ist und so das Dorf und sein Touristen-Ghetto – das aus einer Straße besteht – gar nicht überlaufen war. Mein Guesthouse lag in einer ruhigen Seitenstraße, etwas entfernt von der Touristen-Meile, und ich glaube ich war der einzige Gast in der wirklich schönen Unterkunft. Mein eigener Entspannungsplatz lag direkt vor meinem Zimmer (s. Fotogalerie). Ein Genuss!
Die zweite Hauptstadt der früheren Pallava-Könige gehört aufgrund ihrer Tempel und Reliefs zum Weltkulturerbe. Vor allem der Strandtempel, die Five Rathas (fünf aus einem Fesel geschlagene  Tempel) und das überaus beeindruckende Reliefs „Arjunas Buße“ waren fantastisch anzugucken.
Ansonsten eignet sich das Dörfchen perfekt um den Trubel der Großstadt hinter sich zu lassen, in dem man leckeren Fisch isst oder einfach am Strand das Treiben beobachtet. Nur das mindestens dreimal am Tag der Strom ausfällt ist etwas gewöhnungsbedürftig. Gerade nachts ist das ärgerlich, da es ohne den Deckenventilatoren schnell unangenehm warm im Zimmer wird. Allgemein ähnelt das Klima hier sehr dem der Karibik (vom Breitengrad her auch nicht verwunderlich), doch ist es teilweise noch feucht-heißer.

Puducherry – Gepflasterte Straßen und billigeres Bier
Auch die Busfahrt aus Mamallapuram nach Puducherry verlief problemlos. Doch ist  die extreme Armut, die bei den Fahrten übers Land beobachten werden kann, schon sehr erschreckend. Sicherlich ein Problem, mit dem das Land noch sehr lange zu kämpfen haben wird.
Die ehemalige französische Koloniestadt Puducherry ist im Hinblick auf dieses Thema so gar nicht typisch indisch. Ein prachtvoller Boulevard direkt am Meer und das ehemalige französische Viertel mit gepflasterten, sauberen Straßen und schönen farbigen Häusern, glichen so gar nicht dem Indien, welches ich vorher kennengelernt hatte. Es macht wirklich Spaß in ‚Pondy‘ – wie es auch genannt wird – durch die Straßen zu schlendern. Auch hat man hier die Chance kleine Lokale, Bars zu finden, in denen das Bier wesentlich billigere ist als im restlichen Südindien. Aber Vorsicht: Nach 23Uhr übernehmen andere Gestalten die Stadt! Unzählige Straßenhunde dominieren dann die Straßen und nicht selten wird man von einem Rudel von sechs bis acht Hunden ein paar Straßen verfolgt. Ein unangenehmes Gefühl!
In meinem Guesthouse habe ich hier auch den ersten Deutschen getroffen. David, wohnhaft in Hamburg an der Christuskirche, wie sollte es auch anders sein. Diese Welt ist so klein….

Tja, meine Zeit in Indien ist jetzt leider schon wieder vorbei. Jetzt geht es über den Golf von Bengal nach Sri Lanka. Ich bin gespannt, was mich beim Cricket T20 World Cup erwartet….

 

 

 

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4 Gedanken zu „Reisebericht Indien

  1. Sarah

    Na der Moe kommt doch ganz wunderbar zurecht scheint mir! Vorherige Befürchtungen umsonst!
    Bin auf deine SriLanka Bilder gespannt.
    Sarah

    Antwort
  2. AGVS

    Hey! I am a Chennaite und Ich fliegen nach Berlin!! I am going to do my masters there in TU Berlin and would want to know about the cricketing scene. Being an Indian, I cant keep the cricket out of me for long!! Interesting read in Cricinfo!! Will be following your blog and the articles from Berlin!!

    Vielen Spass!!

    Antwort
    1. mohei13 Autor

      Hey mate,
      thanks for reading my blog. But I actually have to disappoint you, there’s not much cricket in germany and the people don’t know nothing about it, which really is a shame. to watch it you have to find a stream on the internet and to talk about it you either have to find another indian or go on the internet as well. well that’s how it is, but there are some clubs if you want to play on your own.
      here are their websites: viktoria and berlin cc

      otherwise: berlin is a great city and you gone love it there. but i tell you hamburg is also great!
      i wish you all the best and a good start in berlin

      Antwort
  3. Arvind

    Hey,
    hahahaha! das ist ja typisch Deutschesgefühl in Indien! Ich hatte genau den gleiche Effekt gehabt aber andersum, als ich erstmal nach Deutschland käme! (Wie ist es so sauber????). Geil geschrieben!
    Also, ich druck alle daumen an deine Traum mannschaft! Viel spaß noch beim T20 WC. Spielst du auch gerne od. guckst du gerne?
    Gruß aus München!

    Antwort

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